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Paul Neu

Kunst und Kreativität am Ammersee:
Paul Neu, Holzhausen am Ammersee

Postkarte Paul Neus von 1904, erschienen bei Novitas, Großbreitenbach

Ein Portrait, verfasst und uns freundlich zur Verfügung gestellt von Alex W. Hinrichsen, Holzminden:


Buch: Paul Neu - Künstler, Gestalter, Illustrator

Paul Neu - Künstler, Gestalter, Illustrator

Paul Neu: Buchbestellung

Das Buch kostet 24,95 Euro. Sie können es direkt beim Autor, Alex Hinrichsen, per E-Mail bestellen.

Buchbestellung...

Paul Neu, der bayrische Illustrator und Gestalter aus Holzhausen/Ammersee

Vor über 60 Jahren starb in München einer der letzten Illustratoren und Gestalter des 20. Jh., der so vielfältig arbeitete, dass hier nur ein kleiner Einblick gegeben werden kann.

Jugend und Ausbildung

Geboren 1881 in Neuburg an der Donau, kam Paul Neu nach Kinder- und Jugendzeit in Augsburg im Jahre 1902 nach München, um Architektur zu studieren. Er war seinem Bruder Wilhelm gefolgt, der schon studierte.

Bald entschied sich Neu, als freischaffender Illustrator zu arbeiten. 1903 brachte er die ersten Veröffentlichungen in der Auster unter. Er lernte u.a. Toni Horle, den späteren Baurat von Augsburg, kennen, dem er zeitlebens verbunden blieb. Über Horle lernte er Carl Günther Tresselt kennen, der aus Großbreitenbach in Thüringen stammte. Eine Postkarte für die Burschenschaft Arminia in München zeigt Toni Horle in voller Montur, gezeichnet von Paul Neu.

Erste Aufträge

1907 feierte der Akademische Architektenverein in München sein 25jähriges Jubiläum unter Leitung von Dr. Friedrich von Thiersch, dem berühmten Architekturprofessor an der Königlichen Technischen Hochschule in München. Die Festschrift im Folioformat enthält die Architekturgeschichte Münchens seit der Mitte des 19. Jh. Paul Neu entwarf dazu den Einband und einige Titelabschnitte. In diesem Band ist u.a. sein Entwurf für das Los zur großen Gewerbeausstellung in München von 1908 enthalten.

Festschrift zum Oktoberfest

1910 erhielt Paul Neu den ersten großen Auftrag anlässlich des Jubiläumsoktoberfestes in München. In beiden Fest-Büchern von 1910 und 1912 ist Paul Neu nicht nur gut vertreten, sondern er wird auch ausdrücklich in der 2. Schrift vom Leiter des Stadtarchivs, Ernst von Destouches, gewürdigt.

Es begann eine fruchtbare Zusammenarbeit zwischen Neu und Georg Queri. Queri hatte beim 1904 gegründeten Verlag Piper in München als bayrischer Autor Eingang gefunden, da der Verleger sich in der Mischung seines Angebotes einiges davon versprach. Dazu passte vom Stil her Paul Neu mit seinen anfangs fast miniaturhaften Zeichnungen, die das Wort treffsicher ergänzten.

Die Krönung dieser Zusammenarbeit, war der "Dapfere Kolumbus", eine lustige Bildergeschichte mit Vierzeilern der Entdeckung Amerikas durch den zum Königlich Bayrischen Infanterie-Leibregiment (Leiber) gehörenden Kolumbus.

Reklame Enzianbrennerei Eberhardt: Text Queri, Illustrationen Neu

Neu und Queri bekamen Aufträge aus der Wirtschaft. Insbesondere die gemeinsame Gestaltung für die Enzianbrennerei Eberhardt aus München mit einer beliebten Reklamemarken-Serie durch Queri (Text) und Neu (Bild) ließ einen breiten Spielraum für alle Genießer echt bayrischen Enzians. In der großen Bayerischen Gewerbeausstellung 1908 in München präsentierten die beiden am Stand der Fa. Eberhardt Entwürfe für Steinkrüge. Die Zusammenarbeit endete 1919 durch den frühen Tod von Queri.

Motive für Bleiglasfenster

Nicht unerwähnt bleiben die Entwürfe für Bleiglasfenster für die Kgl. Bayr. Hofglasmalerei F.X. Zettler. Anläßlich der Internationalen Baufachausstellung in Leipzig 1913 wurden mehrere Arbeiten vorgestellt. Anschließend erhielt Zettler den Auftrag für einige Bleiglasfenster mit den Neu´schen Creationen im Neubau der Deutschen Bücherei.

Titelblätter für Kriminalrome

Nach 1918 war es schwer, an Aufträge zu kommen, mal hier den einen, mal dort den anderen. Der Verlag Georg Müller aus München erteilte 1919 Paul Neu den Auftrag für die Titelblätter zu einer umfangreichen Kriminalromanserie. Der nüchterne, z.T. extravagante Stil mit hohem Einfallsreichtum war auf den ersten Blick nicht ohne weiteres als Entwürfe dieses Künstlers zu erkennen.

Pseudonym "Alois Hierangl"

Gleichzeitig wagte sich Neu mit eigenen Produkten in die Öffentlichkeit. In erster Linie sind es Scherenschnitte, gezeichnet und ausgeschnitten, einzeln, in Mappen und in Serien. Die Tante seiner Frau, die Malerin Martha Hausmann, half ihm dabei.

Aus eigener literarischer und zeichnerischer Produktion sind bisher zwei Veröffentlichungen bekannt, die im "Hausmann-Verlag" unter dem Pseudonym Alois Hierangl erschienen. Hausmann war die eben erwähnte Tante, Hierangl war das Pseudonym von Paul Neu nach einer der Hauptfiguren in Ludwig Thomas Roman Andreas Vöst.

Die Zwanziger Jahre

Für die "Jugend" konnte Neu zahlreiche Zeichnungen in den Jahren 1920/21, einschließlich eines Titelblattes, beisteuern. Für die Deutsche Reichspost entwarf der Künstler eine in den Verkehr gekommene Briefmarkenserie (siehe Michel-Briefmarkenkatalog Nr. 165-170).

Dann fertigte Paul Neu 1922 Notgeldschein-Motive für Landsberg/Lech sowie zwei für Großbreitenbach, und zwar für die Stadt und für die Novitas-Kleinkunstindustrie von Carl Günther Tresselt. In seiner Fabrik wurden Kleinspielzeug, Spanschachteln und weitere Kleinartikel aus Holz gefertigt, die dann in Heimarbeit bemalt wurden. Die Entwürfe dazu fertigte Paul Neu. Da die Zeiten wirtschaftlich schlecht waren, verdiente sich z.B. ein Lehrer nach der Schule ein Zubrot mit dem Bemalen der Holzteile.

Für den Verlag Braun & Schneider entstanden in den 20er Jahren viele Entwürfe, die u.a. in Münchner Bilderbogen und als Illustrationen des Buches "Er, sie, es" von Julius Kreis verwendet wurden.

Zeichnungen wurden für die Druckerei Gerber aus München und für die Verlage Staackmann aus Leipzig sowie Richters aus Erfurt im größeren Umfang abgeliefert. Staackmann hatte einige Titel aus dem Münchner Verlag Piper übernommen, während Gerber hauptsächlich Gelegenheitsdrucksachen in der Fremdenverkehrswerbung und auch den Deutschen Kalender herstellte. Maximilian Krauß - bekannt für viele Landschaftsbände über Bayern, aber auch für andere Teile Deutschlands - war zuerst der Schriftleiter für diesen Kalender. Das Titelblatt von Paul Neu zierte die Ausgaben von 1922 bis 1944 und zumindest noch einmal 1952.

Ende der 20er/Anfang der 30er Jahre entwarf Paul Neu rd. 60-70 Vorlagen für Kacheln. Einzelne Motive für jeweils eine Kachel aber auch 3 zusammenhängende für ein Bild wurden später von der Töpferei Köhler aus München gebrannt und vertrieben.

Auftragsarbeiten für die Likörfabrik Riemerschmid

Nun beginnt die Zusammenarbeit mit der Münchner Likörfabrik Riemerschmid. Unzählige Entwürfe wurden umgesetzt in Etiketten für die Produkte von Riemerschmid, für das Bedrucken von Enzianstamperln, für Tischsets, für Einwickelpapier und u.a. für den Kalender von 1935 zum 100jährigen Jubiläum der Likörfabrik (noch vor 10 Jahren fand ich Tischsets in einem Ausflugslokal in München).

Sammelobjekte Oktoberfest

1935 war das große Jubiläum zur 125. Wiederkehr des 1. Oktoberfestes anläßlich der Vermählung des späteren Königs Ludwig I. mit Therese von Sachsen-Hildburghausen. Von Paul Neu stammte u.a. die Dekoration von zwei Bierkrügen (1 Maß, ½ l) und einem Andenkenglas, heute sehr begehrte Sammlerstücke. In der Festschrift wird die Gestaltung und Fertigung (besonders das Ausmalen) als willkommene Arbeit für viele Handwerksbetriebe in München hervorgehoben.

Buch-Illustrationen

Von 1934 bis zu seinem Tode konnte der Künstler noch eine Reihe von Büchern illustrieren, die Walter Schmidkunz verfasste bzw. initiierte. Schmidkunz hatte zeitweise einen eigenen Verlag, später arbeitete er für Gerber bzw. für den gemeinsam mit Gerber gegründeten Münchner Buchverlag. So entstanden die Trilogie "Auf der Alm...gibt's koa Sünd...Da is a Leben" und viele andere volkstümliche Werke, die z.T. heute noch nachgedruckt werden.

Hervorzuheben ist "Das leibhaftige Liederbuch" in Zusammenarbeit mit dem Wastl Fanderl, einem der bekannten Volksliedsammler. Prof. Kurt Huber (Lehrer der Geschw. Scholl, in der Nazizeit hingerichtet) und der Kiem Pauli schrieben das Altbayerische Liederbuch für Jung und Alt, das 1936 bei dem Musikverlag Schott in Mainz 1936 erschien. Huber schrieb im Vorwort zu den Neu´schen Illustrationen: "Ernstes und Heiteres aber hat Euch - echt altbayrisch - Paul Neu mit sicher charakterisierendem Stift in bildhafte Nähe gerückt."

Ein zweites Buch mit Liedern aus Niederbayern - wieder von Neu illustriert - durfte nicht mehr erscheinen (posthum dann von der Witwe von Kurt Huber 1951 veröffentlicht).

In der Nazizeit

Aus welchem Grund Paul Neu in der Zeit des "Dritten Reichs" keine wesentlichen Aufträge bekam, ist bisher nicht bekannt. Er machte sicher kein großes Aufheben von sich wie z.B. ein Hohlwein. Aber ein Künstler, der für über 30 Verlage und für bekannte literarische Werke (u.a. Titelblattillustrationen für Bonsels, Dauthendey, Rückert, Balzac, v. Ostini und für die bayerischen Autoren Thoma, Queri, Lena Christ) entwarf, Gebrauchsgraphik allerbester Qualität für zahlreiche Firmen und bedeutende Plakatentwürfe ablieferte, hatte große Sorgen.

Überliefert ist, daß Paul Neu über Land fuhr, z.B. nach Miesbach, um dort selber seine Kacheln zu verkaufen. Neben zwei anderen damals bekannten Persönlichkeiten aus München wurde er dort von einer wohlwollenden Gönnerin zum Mittagstisch eingeladen. Er hinterließ Frau und zwei Söhne.

Gedenkausstellung in München für Neu und Georgi aus Holzhausen

1941 fand für ihn im Münchner Lenbachhaus zusammen mit Werken von Prof. Georgi, dem Nachbarn von Paul Neu in Holzhausen, eine Gedenkausstellung statt. Über 300 Originalentwürfe aus dem Stadtmuseum, von der Witwe, den Firmen Riemerschmid, Krämer und Gebr. Richters und von anderen privaten Leihgebern wurden präsentiert. Makaber war dabei die Entwendung von Leihgaben aus dem Eigentum der Witwe von Prof. Georgi, da sie jüdischen Glaubens (und später deportiert worden) war. Es fand noch eine kleine Ausstellung in Augsburg statt. Eine Straße erinnert in München an den Künstler.

Nach rd. zehnjähriger Arbeit ist das in die Tausende gehende Werk zusammengetragen, so dass es der Öffentlichkeit zugänglich sein könnte.

München und Holzhausen waren die Dreh- und Angelpunkte dieses wahrscheinlich einzigen echt bayerischen Illustrators und Gestalter des 20. Jahrhunderts. Der Hinterglasmaler Heinrich Rambold aus Murnau hat einige Bilder nach Zeichnungen von Paul Neu gemalt. Damit erweitert sich noch der Kreis. Wer weiß z.B. heute noch, dass die graphische Gestaltung der Reklamemarke für die Oberammergauer Passionsspiele von 1910 bis 1930 (dazwischen auch 1922) von Paul Neu stammte?

Einige Bilder (rechts) zu diesem kurzen Abriss versuchen im Ausschnitt die unterschiedlichen Arbeiten zu dokumentieren.

Veröffentlichung des Werkverzeichnisses

Gerne höre oder lese ich Kommentare bzw. Ergänzungen zu Paul Neu, für eine evtl. weitergehende Abrundung vor der geplanten Veröffentlichung des Werkverzeichnisses.

Großen Dank bin ich u.a. Frau Hupfer-Neu, Frau Dütsch, Frau von Mende und den Herren Dr. Raff, Dr. Dering und Prof. Meyer-Tasch schuldig, die diese Arbeit uneigennützig unterstützt haben und noch unterstützen.

Alex W. Hinrichsen
Birkenweg 12
37603 Holzminden
Tel. 05531/80853 (tagsüber 05531/2076)
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"Die Scholle", Holzhausen

Paul Neu, Holzhausen

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Birkenweg 12
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Tel. +49 (0)5531 80853
(tagsüber +49 (0) 5531 2076)
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Notgeldschein

Notgeldschein

Notgeldschein

Notgeldschein

Notgeldscheine der Kleinkunstindustrie Novitas 1922


Scherenschnitt
Scherenschnitt-Serie Nr. 68,
um 1925


Oktoberfest
Titelblatt der Festschrift zum Oktoberfest 1910 München
(Informationen zum Oktoberfest in München 2016...)


Komödienbüchel
Einbandzeichnung "Das bayrische Komödienbüchel" von Queri, 1918 Huber, Diessen


999 Worte Bayerisch
Einbandzeichnung "999 Worte Bayrisch", 1930, Langen/Müller, München

Trixie
Einbandzeichnung "Trixie" , 1928, G. Müller, München


Bayerischer Kalender
Einbandzeichnung Bayrischer Kalender für 1913, Piper, München


Unglaublichkeiten
Einbandzeichnung "Unglaublichkeiten", ca. 1926/27, Verlag Eysler


Bleiglasfenster

Bleiglasfenster
Entwürfe für Bleiglasfenster, der obere Entwurf für die Deutsche Bücherei in Leipzig verwendet, als Postkarten gedruckt


Entwurf für Kachel 27

Entwurf für Kachel 32
Entwurf für Kacheln Nr. 27 und Nr. 32, um 1930.

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